Kurzdokumentation der | »Offensive Sauberkeit« vom 05.12.04

"Offensive Sauberkeit" an der Schillerschule

Ein geheimnisvolles Phänomen war auf dem Schulhof der Schillerschule zu beobachten: Eben noch in der Lage, den Ball treffsicher in den Basketballkorb zu werfen, konnten die Schüler Minuten später scheinbar nicht mehr die Kraft aufbringen, Zitronenteetüten im Papierkorb zu platzieren – anders war nicht zu erklären, warum sich diese in Mengen um die Papierkörbe herum ablagerten.

Viele Schüler waren ziemlich sicher, dass die abgebissenen Brote nachts von unbekannten Mächten unter die Bänke gelegt wurden – und hatte man nicht Lehrer gesehen, die Kaugummis in großer Zahl unter die Stühle klebten? Schüler doch nicht! Und wenn, dann waren ja die Putzfrauen dafür da, wieder klar Schiff zu machen, oder?

Nach vielen Diskussionen über das Müllaufkommen in Haus und Hof stand für die meisten fest: Sauberkeit ist nicht spießig!

Wir besannen uns auf die "Hausvereinbarung", die Schulordnung der Schillerschule, in der wir Leitvorstellungen festgehalten haben.

Unter dem Punkt "Umweltbewusstsein" steht:

"Wir behandeln Bücher, Mobiliar und Schulgebäude pfleglich. Wir sind uns bewusst, dass in diesen Gegenständen Rohstoffe verarbeitet sind. Wir vermeiden Müll und Verschmutzungen. Dadurch kann auch der Einsatz von Chemikalien verringert werden."

Diese Leitvorstellungen sollten wieder aktiv umgesetzt werden.

Wir starteten eine "Offensive Sauberkeit":

Eine Gruppe von Schülern schrieb ein Drehbuch und nahm mit vielen Mitspielern einen Videofilm zum Thema Sauberkeit auf.

Alle Jahrgangsstufen, von Klasse 5 bis zu den 13er-Kursen, kamen nacheinander in die Aula, wo der Film gezeigt und das Thema diskutiert wurde. Der Film erreichte mit seiner Mischung aus Witz und Ernsthaftigkeit einen hohen Beliebtheitsgrad. Viele Klassen sahen ihn noch einmal an.

Alle Schüler dokumentierten mit ihrer Unterschrift, dass sie den oben zitierten Abschnitt von der "Hausvereinbarung" zur Kenntnis genommen haben. (Text I Kenntniserklärung)

Allen Schülern wurde eine "Verpflichtung" vorgelegt, mit der sie sich persönlich bereit erklärten, die neun Verhaltensregeln einzuhalten. Die Unterschrift hierfür war freiwillig. Fast alle Schüler unterschrieben diese "Verpflichtung."   (Text II Verpflichtungserklärung)

Seit der "Offensive Sauberkeit" ist die Schule deutlich ordentlicher geworden. Die meisten Schüler halten sich an die "Verpflichtung", viele Lehrer sehen genauer hin. Auch die Eltern waren der Aktion gegenüber sehr aufgeschlossen und haben sie unterstützt.

Genutzt haben auch praktische Maßnahmen: Wir haben bessere Papierkörbe angeschafft und für die Raucherecke neue, nicht zu übersehende Aschenbecher.

Sehr wichtig war, dass unser Schulhausverwalter einen ausgesprochen guten Draht zu den Schülern hat. Da sind nicht viele Worte nötig!

Jetzt geht es darum, Nachhaltigkeit zu erreichen.
Motto: Dem Müll keine Macht, weil keiner Müll macht.